Mai 2012
Allgemeines Kontaktformular
Hierüber können Sie mich erreichen Impressum
Allgemeine Daten zu www.S-Wandrei.de | Artikelvoriger Artikel | nächster Artikel | zur Artikelübersicht Blutspende 30.09.2003 Spende Blut - Rette Leben Mangel an Blutreserven, besonders in der Urlaubszeit oder zu heissen Sommertagen, führen trotz eingeplanter Sicherheitsreserven immer wieder zu gefährlichen Engpässen in der Blutversorgung. Täglich benötigt der DRK-Blutspendedienst 400 bis 500 Blutkonserven, um die kontinuierliche Versorgung der Kliniken allein im Land Brandenburg abzusichern. 15.000 Blutspenden (das sind 7.500 Liter Blut) reichen in Deutschland gerade für einen Tag. Und in den Spitzenzeiten, zum Beispiel in den Ferienmonaten, sinkt obendrein die Zahl der Spender stark ab. Um Engpässe zu vermeiden, sollte daher möglichst jeder Mitbürger, der gesund und zwischen 18 und 65 Jahren alt ist, regelmäßig Blut spenden.
Blut ist etwas Lebendiges: Ein Organ aus vielen kleinen Zellen und Teilchen. Der Lebenssaft Blut ist bisher durch keine andere Flüssigkeit zu ersetzen. Nur der Körper selbst kann das Blut mit seinen vielfältigen Funktionen bilden. Die verschiedenen Teilchen des Blutes sind z.B. für den Transport von Sauerstoff und Nährstoffen, die Abwehr von Krankheitserregern, die Blutstillung und den Verschluss von offenen Wunden sowie für den Wärmetransport innerhalb des Körpers zuständig.
Heutzutage wird nur noch in Ausnahmefällen Vollblut übertragen. Die sogenannte "Hämotherapie nach Maß" bedeutet, daß jeder Patient nur diejenigen Blutbestandteile erhält, die er aufgrund seines Zustandes bzw. seiner Erkrankung dringend benötigt. Mit den Präparaten aus einer einzigen Spende kann so mehreren Menschen geholfen werden. Die technischen Errungenschaften, die es erst möglich gemacht haben, das Blut in seine Bestandteile zu zerlegen, verursachen leider auch hohen finanziellen Aufwand. Darüber hinaus müssen für die verschiedenen Blutzellen und Plasmabestandteile zum Erhalt ihrer Funktion bei der Lagerung ganz verschiedene Temperaturbedingungen eingehalten werden. Rote Blutzellen werden bei 4°C frisch gehalten, Blutplättchen brauchen sogar 20°C, um ihre Funktion nicht zu verlieren, Blutplasma dagegen kann bei -25°C eingefroren und so länger gelagert werden als die Zellbestandteile.
Die Kosten, die für die Blutkonserve tatsächlich anfallen, müssen den belieferten Krankenhäusern in Rechnung gestellt werden. Diese Kosten setzen sich zusammen aus: Blutentnahme, Aufbereitung, Laboruntersuchung, Transport, Forschung und Entwicklung, Personal und Material. Gewinne dürfen DRK-Blutspendedienste als gemeinnützige Einrichtungen nach ihren Satzungen und Gesellschaftsverträgen nicht erzielen. Darüber wachen DRK-Gremien, Wirtschaftsprüfgesellschaften und die Finanzbehörden.
Das der Spender für seine Blutspende nicht bezahlt wird, hat seinen Grund: Zahlreiche Vergleiche haben belegt, daß die Unentgeltlichkeit und damit der Verzicht der Spender auf materielle Anreize ein wesentlicher Sicherheitsfaktor ist. Hinzu kommen: Freiwilligkeit, sorgfältige Spenderauswahl sowie Dauerspender, die über Jahre und Jahrzehnte regelmäßig spenden. Die Untentgeltlichkeit ist übrigens kein Zweckargument des DRK, etwa um Geld zu sparen, sondern ein Grundsatz, der aus den bereits genannten Gründen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Internationalen Gesellschaft für Bluttransfusion und dem Europarat getragen und nachhaltig unterstützt wird.
Mit einer Blutspende helfen Sie nicht nur einem Kranken oder verletzten Menschen, sondern Sie erhalen auch eine ärztliche Kontrolle Ihrer eigenen Gesundheit. Ihr Blut durchläuft etliche für den Empfänger, aber auch für Sie wichtige Laboruntersuchungen: Ein Antikörper-Suchtest spürt Substanzen auf, die gegen körperfremde Blutzellen gerichtet sind und bei Bluttransfusionen gefährliche Zwischenfälle verursachen können. Getestet wird außerdem, ob die Geschlechtskrankheit Syphilis oder Hepatitis vorliegt oder eine entzündliche Lebererkrankung bzw. eine vorübergehende Leberfunktionsstörung. Ein weiterer wichtiger Test ist die Untersuchung auf Antikörper gegen die Erreger der Immunschwäche AIDS (HIV). Weichen die Ergebnisse der Laboruntersuchungen von der Norm ab, werden Sie vom Blutspendedienst unterrichtet, und auf Wunsch wird Ihrem Hausarzt der Befund mitgeteilt. Sind alle Laborwerte in Ordnung, erhält der Erstspender nach etwa 3 Wochen seinen Unfallhilfe- und Blutspenderpaß mit den Blutgruppenmerkmalen wie Blutgruppe und Rhesusfaktor.
Für den Spender ist die Blutspende völlig ungefährlich: Vor der Spende meldet sich der Spender mit einem amtlichen Personaldokument (Ausweis, Reisepaß oder Führerschein) und dem - wenn schon einmal gespendet wurde - Blutspenderpaß an und füllt einen Fragebogen zur gesundheitlichen Vorgeschichte aus. Dann untersucht ein bei jedem Blutspendetermin anwesender Arzt den Gesundheitszustand des Spenders, misst Blutdruck, Puls und Themperatur, kontrolliert das Gewicht (Mindestgewicht 50 kg), misst mit einem Blutstropfen aus der Fingerkuppe oder dem Ohr den Blutfarbstoff (Hämoglobin) um eine Blutarmut (Anämie) auszuschließen, informiert nochmals über die Blutspende und klärt noch eventuell offene Fragen. Dann kommt die eigentliche Blutabnahme. Innerhalb etwa 10 Minuten fließt ein halber Liter Blut in den angelegten Blutbeutel. Dabei sind alle beim Blutspenden benutzten Geräte steril und werden nur einmal benutzt. Das gilt selbstverständlich auch für die Blutplasma-Spende, bei der die Blutzellen sofort zurück in den Blutkreislauf des Spenders gegeben werden. Hier ist sogar die Zentrifuge, in der das Plasma (die Blutflüssigkeit) von den Zellen getrennt wird, ein keimfreies Einweg-Bauteil. Damit ist die Spende fertig, jeder Spender bekommt anschliessend noch einen kleinen, leckeren Imbiss und wird entlassen.
Die gespendete Blutmenge ist im Verhältnis zur Gesamtblutmenge des Körpers so gering, daß der Verlust vom Organismus schnell wieder ausgeglichen wird. Die für die Abwehr von Krankheitskeimen besonders wichtigen weißen Blutkörperchen und die Blutflüssigkeit, das sogenannte "Plasma", werden schon innerhalb nur eines Tages ersetzt, bei den roten Blutkörperchen dauert es etwas länger. Aber auch während dieser Zeit können Sie sicher sein: Ihr Wohlbefinden und Ihre Leistungsfähigkeit werden durch die Blutspende nicht beeinträchtigt. Manche erfahrenen Blutspender berichten sogar vom Gegenteil.
Ist mit Ihrer Blutspende alles in Ordnung, können Sie im Abstand von etwa 12 Wochen bis zu 4mal im Jahr 500 ml Vollblut spenden. Während für den Spender kein Infektionsrisiko besteht, ist für den Empfänger jedoch ein minimales Restrisiko einer Infektion vorhanden. Bei jeder Krankheit gibt es eine sogenannte "diagnostische Lücke", das heißt einen Zeitraum zwischen der frischen Ansteckung und der Nachweisbarkeit von Erregern oder Antikörpern im Labor. Bei HIV-Infektionen liegt diese Lücke zur Zeit bei durchschnittlich 65 Tagen. Experten geben das Restrisiko, durch Blutübertragung infiziert zu werden, mit 1 : 1 Millionen an. Für Deutschland bedeutet das, daß bei Anwendung von 4 bis 5 Millionen Blutpräparaten pro Jahr mit 4 bis 5 unvermeidbaren Infektionen zu rechnen ist. So furchtbar eine HIV-Infektion für den Betroffenen ist, bedenken Sie, daß Blutpräparate nur bei lebensbedrohlichen Zuständen angewendet werden. Im Verhältnis zu vielen anderen Risiken im täglichen Leben ist das Restrisiko mit 1 : 1.000.000 sehr klein.
Kommentare HINWEIS: Der Betreiber distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten der Kommentare und behält sich vor diese zu Bearbeiten oder zu Entfernen.
Ihr Kommentar Diese Funktion stellt Kommentare sofort bereit. Sollten zu viele ungemäße Eintragungen wie z.B. Spams oder Beleidigungen auftreten, so müssen diese Kommentare zukünftig vor der Veröffentlichung überprüft werden. Dieses verursacht naturgemäß unerwünschte Wartezeiten. Daher ein kleiner Appell an den Nutzer dieser Funktion: Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Der Betreiber distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten der Kommentare und behält sich vor diese zu Bearbeiten oder zu Entfernen. |